Großangriff der USA und Briten im Irak

Geschrieben von Nick am 06. September 2002 12:06:42:

Irak: Blair ist zu "blutigem Preis" bereit
Großangriff der USA und Briten im Irak

Britische und US-Kampfflugzeuge haben im Westen des Irak
massive Angriffe auf Luftabwehrstellungen durchgeführt,
nachdem eines ihrer Überwachungsflugzeuge in der
Flugverbotszone unter Beschuss geraten war. Das britische
Verteidigungsministerium hat eine entsprechende Mitteilung
des militärischen Oberkommandos der USA bestätigt.

USA spricht von "Selbstverteidigung"
An den "Selbstverteidigungsmaßnahmen" sollen bis zu 100
Flugzeuge beteiligt gewesen sein. Bei den Angriffen habe es sich nicht um einen "Vorläufer" eines
möglichen Militärschlags gegen den Irak gehandelt, betonte die BBC. Militärkreise seien allerdings
daran daran interessiert, den Zwischenfall "hochzuspielen", um so den Druck auf den Irak zu
erhöhen.

Blair: "Blutiger Preis"
Vor diesem Zwischenfall hatte der britische Premierminister Tony
Blair dem US-Präsidenten George W. Bush seine volle
Unterstützung in der Irak-Politik zugesichert. Er sei bereit, für
Großbritannien einen "blutigen Preis" zu zahlen, um die besondere
Beziehung zu den USA zu stützen, sagte Blair in einem vorab
veröffentlichten BBC-Interview. Ihm sei es wichtig, den USA
deutlich zu machen, dass sie bei den Briten auf mehr als auf
Sympathiebekundungen zählen könnten.

Blair: Militärisches Handeln unvermeidlich
"Sie müssen wissen, man ist bereit sich einzusetzen, da zu sein, wenn die Jagd beginnt", sagte
Blair. Zwar sei noch keine Entscheidung zu einem Angriff auf Irak gefallen, doch manchmal sei
militärisches Handeln unvermeidlich. Bush will Iraks Verzicht auf Massenvernichtungswaffen
notfalls mit Gewalt durchsetzen. "Ich würde Amerika niemals unterstützen, wenn ich annähme, sie
würden etwas falsch machen", sagte Blair. Am Samstag wird Blair zu Beratungen mit Bush in den
USA erwartet.

Bush will seine Pläne den UN vorlegen
Bush strebt einen Sturz des irakischen Präsidenten Saddam Hussein an, dem er vorwirft,
chemische, biologische und atomare Waffen zu entwickeln. Der US-Präsident will seine Irak-Pläne
in der kommenden Woche vor den Vereinten Nationen darlegen. Zuvor will er am Wochenende
zudem die Regierungen Frankreichs, Russlands, Chinas und Kanadas konsultieren.

Schröder weiter gegen Militärschlag
Bundeskanzler Gerhard Schröder lehnt einen Militärschlag gegen Irak ab. Die Bundesregierung
befürchtet nach eigenen Angaben eine Destabilisierung des Nahen Ostens.

Experte: Krieg gegen Irak unausweichlich
Im Interview mit T-Online machte Sicherheitsexperte Holger Mey, Direktor des Instituts für
Strategische Analysen in Bonn, jedoch deutlich, dass die ablehnende Haltung der Europäer die
USA nicht von einem Angriff auf den Irak abhalten wird. Mey betonte, dass die internationale
Staatengemeinschaft seit dem Golfkrieg zahlreiche Versuche unternommen habe, die agressive
Politik des Irak auf friedlichem Wege zu beenden. Diese Strategie sei jedoch gescheitert. Unter
Sicherheitsaspekten sei ein Angriff besser als eine Fortsetzung des Regimes von Saddam
Hussein.



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