Re: @HotelNoir-Meine Prag-Vision
Geschrieben von HotelNoir am 18. Juli 2002 18:35:35:
Als Antwort auf: @HotelNoir-Meine Prag-Vision geschrieben von H.Joerg H. am 18. Juli 2002 16:50:23:
Hallo Jörg,
danke für Deine Schilderung. Habe nach wie vor Mühe mir einen Angriff der Russen vorzustellen, heisst aber nicht, dass ich es nicht für möglich halte.Ein mulmiges Gefühl habe ich ebenfalls, auch was die Lage in Europa betrifft, seit ich erst seit wenigen Tagen mich überhaupt mit der Politik ernsthaft auseinandersetze. Davor war ich über ein Jahr "abstinent" :-)
Grüsse HotelNoir
>Hallo!
>Hier die (Kurz)-Fassung meiner Vision vom Sonntag, dem 18.02.01 über Geschehnisse, die sich in Prag abspielen "könnten."
>(Etwaige "kleine" Veränderungen im Dargelegten zum Bezug auf frühere Ausführungen der gleichen Version der Vision können durchaus geschehen. Diese entspringen nicht meiner Phantasie, sondern meiner "Schreibfaulheit!"-Das Wesentliche bleibt bestehen-immer schön wachsam sein und es auch bleiben!)
>Vorweg sei erklärt, daß ich in jener Nacht (wie so oft) sehr spät zu Bett ging, und erst nach 5 Uhr morgens mit einem unguten Gefühl einschlafen konnte.
>Des weiteren sei vorausgesetzt, daß es ganz erheblich von Bedeutung ist, zwischen "normalen" Träumen und Visionen zu unterscheiden! Während man in Traumphasen der üblichen Sorte Alltags- oder persönliche Dinge der Vergangenheit eben durch Träume zu bewältigen versucht ist, um mit sich, seinem Seelenzustand ins Reine zu kommen, geschehen Visionen sozusagen in einer erweiterten Dimensionensichtweise, und beschäftigen sich nicht nur mit "Nachbars Lumpi", sondern der Weltlage, und was sich daraus entwickeln könnte, bzw. was schon feststeht, und nur auf Vollendung wartet! Ich könnte den genauen und zentralen Punkt dieser Region unterhalb der Schädeldecke gut ausmachen, wo der "Hauptschalter" sitzt, der sich dann aktivierend einrasten lässt. Auch steht für mich außer Zweifel, das etwas "Höheres" die Finger mit im Spiel hat, und die Funktion "Sehen" zu können, immer wieder aktiviert.
>So jedenfalls ist es bei mir bisher der Fall gewesen, auch sind die Abläufe des Gezeigten, die Brillianz der Farben und Eindrücke, jedes "Staubkorn" und auf den ersten Blick unscheinbare Detail von einer inneren Tragweite, wie sie kein lasches Traumgebilde im Stande ist, es auf die innere Leinwand zu projezieren.
>Hier nun eine dieser Visionen, jene von Prag, einer Stadt, in der ich mich im realen Dasein nie befand, und über deren Schönheit und alten Bauten ich erst nach dem Gesehenen mehr erfuhr.
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>Ich befinde mich an einer zentralen Stelle einer Stadt. Das Leben läuft seinen gewohnten Gang. Es ist eine alte Stadt, die Straßen sind gepflastert und/oder mit Steinplatten ausgelegt. Rings herum befinden sich historische Gebäude.
>Viele Menschen, darunter eine ganze Menge Touristen, in leichter sommerlicher Bekleidung (der heutigen Zeit!), flanieren durch die Gassen. Manche derer schauen verwunderlich und angetan auf ein Glockenspiel - hoch oben rechts an einem großen langgezogenen Gebäude. Bunte Figuren zeigen dort ihr mechanisches Können. Alles ist friedlich. Ich schaue umher, gehe weiter, und fahre mit der rechten Hand über einen sehr glatten Stein (kein Marmor) rechts vom großen Platz in einem ebenfalls imposanten Bauwerk (Dom?), und bewundere die Kunst der Steinmetze vergangener Tage.
>Vorher fragte ich eine alte Frau, wo ich mich denn hier befinde. Sie antwortet in gebrochenem, doch gut verständlichen Deutsch mit östlichem Akzent: "In Böhmen",- also der heutige Tschechei. (Das es Prag war, erkannte ich erst nach Rücksprache mit einem Bekannten von mir, dem ich die Gebäude etc. beschrieb, und er, der seit Jahrzehnten immer wieder diese Stadt geschäftlich besucht, war schon sehr erstaunt, denn haargenau passten meine Beschreibungen auf Prag!)
>Nun denn. Urplötzlich ist es mit der beschaulichen Ruhe, und dem gemächlichen Bestaunen vorbei. Wohl Explosionen (durch was oder wen verursacht entzieht sich meiner Kenntnis, auch ob es sich um Luftangriffe oder Bombenterror handeln könnte...) und Detonationen trüben nun das Bild.
>Das mir nun gezeigte Leid (und ich befinde mich ja mittendrin), ist so grausam und lebendig wie in keiner vorangegangenen Vision. Leiber zerstümmelt, abgetrennte Gliedmaßen zuckend, Kinder unkenntlich entstellt. Die Menschen schreien, laufen in Panik durch die Gassen und über den großen Platz. Überall Blut und Schreie!
>Auch ich irre umher - zuerst desillussioniert in eine Richtung, die sich (von mir aus gesehen) nach rechts bewegt. Dort steht eine Art "Denkmal", mehr eine Säule.
>(Spätere Erkundungen bewiesen, daß es sich um die "Mariensäule" dort handelt).
>Hier ist das Ausmaß an Leichen und Zerstörung besonders furchtbar.
>Instinktiv spüre ich, einen falschen Weg zu benutzen, ich kehre um und laufe in Panik durch ein schmales Gässchen, halb links vom "Dom". Auch hier sehr alte Gebäude. Geradeaus erblicke ich jetzt einen Bahnhof, und finde mich an einem Fahrkartenschalter wieder. Alles drängelt und jeder will nur weg von hier...
>In einer meiner Taschen finde ich (landestypische?) Währung in Münzen, sowie einen Fünzig-DM-Schein (kein Euro-Geld!) Man bietet mir drei Fahrstrecken an, eine geht mehr in die östliche Richtung. Es wird mir geraten, eine Fahrkarte Richtung Italien zu lösen - dort sei man "noch" sicher. Das Geld reicht, und reicht doch nicht, jedenfalls halte ich dennoch ein Ticket in Händen.
>Unterdessen erkenne ich Truppenaufmärsche in Kompaniestärke im Bereich des Bahnhofs aufmaschieren. Die Soldaten tragen einfache (teils verwaschene) grüne Uniformen. Sie stehen abmarschbereit dort, und erwarten weitere Befehle.
>Am Fahrkartenschalter drängelt man ungedultig weiter.
>Nun befinde ich mich in einem Zugabteil, und rede ein paar Worte mit mir fremden Menschen, jeder ist heilfroh, da raus gekommen zu sein. An einem großen Bahnhof
>(wohl ein Sackbahnhof) einer mir bis dato unbekannten Stadt wird eine Zwischenstation (nach Stunden?) eingelegt. Viele Rolltreppen sind dort, sehr verwirrend, ich finde mich nicht zurecht. Es ist kein moderner Bahnhof wie wir dies von Deutschland her gewohnt sind, die Atmosphäre erinnert mehr an die 70er Jahre.(Ziemlich schmuddelig)
>Die Fahrt scheint sich zu verzögern. Ich steige aus. Überall stehen Soldaten oder sonstige Uniformierte herum, mit wachen Augen, ihre Waffen im Anschlag und kontrollieren. Irgendwas scheint nicht zu stimmen. Ich muss flüchten, Soldaten verfolgen mich (weil ich Deutscher bin-symbolisch gesehen?) Laufe in der mir völlig unbekannten Stadt umher, und finde mich in einem Viertel mit Altbauten (ungepflegt) wieder. Hier klingele ich an einem dieser Häuser (vier-fünfstöckig-rußgeschwärzte Fassade). Es dauert, keine Menschenseele auf den Gassen (Ausgehsperre verhängt?).
>Es dauert, und ich spüre die Angst im Nacken (wegen der Uniformierten). Endlich öffnet ein ca. 60-jähriger Mann die Tür, er scheint Handwerker zu sein, ein Schuhmacher, denn überall sehe ich dafür typisches (und doch veraltetes Gerät) herumstehen und liegen. Ich verstehe ihn, er meint, ich habe Glück gehabt, nebenan im Haus wären schon Soldaten. Er versteckt mich - für kurze Zeit.
>Später (es ist dunkel) sehe ich mich immer noch in der fremden Stadt - "Bombenangriffe von oben". Mit ein paar anderen auf den Straßen kriechen wir unter ein Gebäude zum Schutz. Dieses Bauwerk ist eher "modern" gestaltet, typischer Spannbeton. Das Haus wird getroffen. Der schmale Spalt, unter dem wir Zuflucht fanden, drückt sich nieder. Feierabend!
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>Soviel zu dieser Vision. Natürlich gäbe es noch viele "Kleinigkeiten" mehr zu erwähnen. Ob nun der Rock einer Frau auf dem Hrdschin-Platz" gelb, blau oder grün war. Soll aber keine Rolle spielen.
>Unabhängig davon "spüre" ich auch momentan wieder ein "Rumoren" der Unsicherheit in mir. Es dürfte "bald" etwas geschehen. (Kann auch sein, daß mir die eben erwähnte Vision wieder auf den Magen geschlagen hat!)
>So, jetzt mache ich erst mal Pause. Habe festgestellt, zu langes "in den Bildschirm starren" macht aggressiv! Frischluft ist angesagt;-)
>Gruß und Danke fürs Interesse
>Jörg