Re: Divide et impera: Islam, Kommunismus und wir
Geschrieben von Swissman am 07. Juni 2002 22:45:28:
Als Antwort auf: Re: Divide et impera: Islam, Kommunismus und wir geschrieben von Torsten am 07. Juni 2002 19:56:21:
>soso "der Kommunismus". Wie ich das bisher übersehen konnte? Vielleicht, weils da nichts zu sehen gibt.
Bemerkenswerterweise wurden "Glasnost", "Perestroika" und das ganze Drumherum, einschliesslich Mauerfall und "Auflösung der UdSSR" bereits Jahre vorher von den hochrangigen östlichen Überläufern Anatoly Golytsin und Jan Sejna in Buchform angekündigt. Beide warnten zugleich, dass dies alles ein grossangelegtes Täuschungsmanöver sein werde - das Ziel bleibe weiterhin die Erringung der kommunistischen Weltherrschaft, auch wenn man sich vorübergehend anderer Methoden bedienen werde.
Die bekannten Gesichter an der Spitze werde man lediglich durch unbekannte, jüngere Personen ersetzen, die fürs Publikum den Eindruck erwecken würden, dass sich tatsächlich etwas geändert habe. Hinter den Kulissen ziehen weiterhin KGB und Partei die Fäden.
Ein weiterer Vorteil, aus Sicht der Kommunisten: Die KP hat den Leuten 70 Jahre lang erzählt, Demokratie sei schlecht - seit zehn Jahren veranstaltet man unter dem Arbeitstitel "Demokratie und Marktwirtschaft" eine Show, die haargenau den Klischees der kommunistischen Propaganda entspricht... Was für Schlüsse wird wohl der durchschnittlich arme Russe daraus ziehen...?
>Aber zurück zum Kommunismus: in welcher Form und wer sind die Träger? Kuba, China, Nordkorea? Diese Feindbild ist ja noch verschwommener als die großen Religionen.
siehe oben.
Die jetzige Herrschaftsclique in Russland setzt sich, nebst einigen "nützlichen Idioten", weitestgehend aus angeblichen "Ex-Kommunisten" und "Ex-Geheimdienstlern" zusammen. Am Tag X werden diese Leute ihre Maske fallen lassen, und der Westen wird die kommunistische Fratze erkennen - nur dass es dann vielleicht schon zu spät ist...
Dies alles wird übrigens, leicht verständlich, und mit beweiskräftigen Quellennachweisen, in Leo H. DeGard's Buch, "Wer plant den 3. Weltkrieg", erklärt.
>Mir liegt eher die einfache Erklärung. Die besteht darin, daß die "zivilisierte westliche Welt", genauer gesagt eine Handvoll Wirtschafts- und Finanzunternehmen, die Wirtschaft global ruiniert haben. Wie in den 30ern ist eine Katastrophe unabwendbar. Um den großen Knall abzufangen, hilft nur ein großer Konflikt. Mit dem soll gleichzeitig die Vorherrschaft über Rohstoffquellen erlangt werden. Das hat weder was mit Religionen noch Nationen noch Ideologien zu tun. Wohl aber spielt die US-Regierung eine Schlüsselrolle und damit die USA, da dort erstens das Wirtschafts- und Finanzzentrum ist, zweitens eine enge Verflechtung mit der Regierung besteht und das Land schön weit weg vom geplanten Ort des Geschehens ist.
Dem ist zuzustimmen. Die Weltwirtschaftskrise ist, aus marxistischer Sicht, sogar eine dialektische Voraussetzung, um den WK3 überhaupt beginnen zu können: Karl Marx betonte immer und immer wieder, dass der Kapitalismus schliesslich an seinen eigenen Widersprüchen zerbrechen werde. Die periodisch wiederkehrenden Krisen würden im Laufe der Zeit immer mehr an Schärfe zunehmen, und schliesslich zwangsläufig, im Sinne einer dialektische Notwendigkeit, zu Revolutionen führen, die schliesslich in die Weltrevolution einmünden müssten, welche dann den Kommunismus an die Macht bringen würde. Am Ende steht das "sozialistische Arbeiter- und Bauernparadies".
Da die Kommunisten ihren Anspruch auf Weltherrschaft auf Marxens Theoriengebäude stützen, sind sie gleichsam dazu gezwungen, den angeblichen Genius ihres Gründers zu beweisen (Peter Scholl-Latour spöttelte einmal: "Es gibt keinen Gott, und Karl Marx ist sein Prophet."): Ohne Weltwirtschaftskrise kann es, aus ihrer Sicht, keinen Weltkrieg geben, denn sonst wäre Marx widerlegt. Daher werden die Kommunisten abwarten, bis die Wirtschaft kollabiert und, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, versuchen, diese noch zusätzlich zu verschärfen. Wenn es der Masse dann schlecht genug geht, wird man versuchen, sich dem Pöbel als realistische Alternative zu präsentieren, und ihn auf die Strasse zu schicken. Und dann erst rollen die Panzer.
Da also, wie man sieht, die dialektische Voraussetzung für WK3 fehlt, sehe ich momentan auch keine konkrete Veranlassung, diesen in den nächsten Monaten zu erwarten.