Demokratie, Rechtsstaat und andere Gerüchte
Geschrieben von Torsten am 24. April 2002 15:25:07:
Als Antwort auf: Re: Sehr guter Beitrag, dem ich absolut zustimme geschrieben von Johannes am 24. April 2002 13:37:32:
Liebe Leute,
ich glaube nicht, daß die Verwendung von Überwachungsanlagen kontrollierbar ist. Geheimdienstliche Tätigkeit verselbständigt sich recht gern und entzieht sich selbst der Einsicht. Und vor lauter Verschwörungs- und Überwachungswahn müssen NPD-Verbände aufgelöst werden, weil der Vorstand nur noch aus Geheimdienstmitarbeitern besteht, welche in Unkenntnis die Stimmung gegenseitig anheizen.
Eine nette Parodie darauf ist in "Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh" zu sehen. Hier werden scheinbare Erkenntnisse zur Handlungsgrundlage genommen, um in einem Kampf um nichts gegenseitig die Mitarbeiter zu dezimieren und brave Bürger zu gefährden.
Wer weiß schon genau, wer neben Extremisten, Terroristen und Pädophilen noch so im Fadenkreuz steht? Ist die Überwachung tatsächlich überwachbar? Ein Geheimdienst muß - wie der Name ja auch sagt - im Geheimen arbeiten. Genauso geheim sind die Interessen.
Daß der brave Bürger nichts zu verbergen und befürchten habe, ist ein gern verwendetes Argument. Ich habe durchaus etwas zu verbergen: meine Privatsphäre. So weit kommts noch, wie in der Offenbarung mit den Zeichen des Tieres! Die die "gläserne Bevölkerung" anstreben, mauscheln selbst im Trüben und Dunklen. Ab und zu wird auch klar, warum: weil sie eine ganze Menge zu verbergen haben. Ausgerechnet der BND war Drahtzieher der Lieferung "landwirtschaftlicher Nutzgeräte" nach Israel, auf dem Bundestagsklo findet man Kokain (wieso hängt dort keine Kamera, muß ja nicht in den Boxen sein?).
Übrigens: die vielbeschworene Rechtsstaatlichkeit sagt ja nichts Anderes, als daß einige Grundlagen des Rechtssystem festgelegt sind. Dazu gehört unter Anderem die Gleichbehandlung. Darüber mag jeder denken, was er will.
Die Demokratie beinhaltet doch nur noch, daß man ab und zu zwischen Regen und Traufe wählen kann. Auch das Märchen von der möglichen eigenen Einbringung ist nicht so richtig glaubwürdig. Fraktionsdisziplin und Rücksichtnahme auf die Koalition, vor Allem aber der unbedingte Wille, nach der nächsten Runde immer noch am Freßnapf zu sitzen, verhindern das. Auf-nach-Afghanistan-Joschka und seine Duckmäusertruppe zeigen das ganz gut.
Im Moment hat angesichts Frankreich (und ein wenig Sachsen-Anhalts) das große Staunen Einzug gehalten. Was glaubt Ihr den, was hier passieren würde, wenn ein "starker Mann" auftaucht? Die planlosen Pappfiguren der großen Parteien werden doch nur noch aus Gewohnheit und mangels Alternative gewählt. Langsam müßte auch dem letzten Idioten klargeworden sein, daß sie auch in 4 weiteren Jahren keine grundlegende Trendwende erreichen werden.
Ich wünsche mir das nicht, aber langsam erscheint mir eine drastische Lösung immer wahrscheinlicher. Der Grund ist recht einfach: derzeitige Handlungsmuster sind untauglich geworden und vernünftige Alternativen mit dem real existierenden Menschen nicht machbar. Ich hatte einen rechten (weniger linken) Wahlsieg zwar vor etwa 5 Jahren schon für diese Bundestagswahl erwartet (schließlich sind wir ja im Prophezeiungsforum), aber etwas Zeit ist ja noch. Die Schafe sind doch dümmer und geduldiger, als ich dachte. Vielleicht fehlt auch nur noch der Leithammel. Überwachungsanlagen helfen dagegen nicht, werden aber sicher dankbar übernommen.
Viele Grüße
Torsten
- Re: RECHTS - LINKS die begriffe stimmen nicht mehr Maria_2 24.4.2002 18:20 (0)