Re: Die Strategie der Enteigung

Geschrieben von Funktionsdelta am 28. Februar 2005 18:02:23:

Als Antwort auf: Die Strategie der Enteigung geschrieben von Lydia am 28. Februar 2005 16:39:54:

>Die auf reinem Betrug basierende Enteignung von Land, Wasser etc. findet auch hier statt:
>"In Köln sorgte ein besonders brisanter Fall vor einiger Zeit für Aufsehen. Dort geht es um die Verpachtung des städtischen Leitungsnetzes für die Trinkwasserversorgung, die zugehörigen Förderbrunnen und die Wasserwerke. Das Kölner Geschäft führte der Öffentlichkeit exemplarisch vor Augen, wie >cross border leasing<-Vertragsabschlüsse normalerweise zustande kommen. Der Vertragstext ist rund 2000 Seiten stark und liegt nur in englischer Sprache vor. Die kommunalen Entscheidungsträger, die mit seinem Studium völlig überfordert sind, bekommen nur eine abgespeckte Kurz-Zusammenfassung in deutscher Sprache zu sehen. Die unzähligen juristischen Fußangeln bleiben ihnen verborgen. Gerichtsstand wäre New York. Wohlgemerkt: Weit über hundert deutsche Gemeinden haben ähnlich gelagerte Verträge in den letzten Jahren unterzeichnet, ein geradezu tödlicher Ausverkauf, dessen Folgen sich dann bemerkbar machen, wenn es bereits zu spät ist."

Hallo Lydia.

Nun hat sich ja zum Glück, das Meiste des in dem Online-Magazin prophezeiten nicht erfüllt. Das Cross-Border-Leasing (CBL) aber, und da muss ich Dir bzw. dem zitierten Text zustimmen, ist eine sehr zweifelhafte Verscherbelung von Volkseigentum. Wobei: Verscherbelt wird das Eigentum des Volkes ja noch nicht einmal, sondern nur zur Nutzniessung verpachtet. Gefährlich ist hierbei vor allem der unübersehbar lange Zeitraum, für den diese D******* in deutschen Amtsstuben die Kontrolle über wichtige Ressourcen aus der Hand gegeben haben.
Und wenn der Bezug von Wasser im Laufe der nächsten Jahre dann um einige 100 Prozent verteuert wird: Wer will sich dagegen wehren? Kannst ja aufhören zu Duschen.

Aber die wirkliche Gefahr lauert noch an einer anderen Stelle. Es ist nämlich zweifelhaft, ob die geschlossenen Verträge überhaupt gültig sind. Sollte dies nicht der Fall sein, muss das Geschäft komplett rück-abgewickelt werden. Das heisst: die amerikanischen Geldgeber müssen Ihre Nutzniessrechte wieder hergeben udn bekommen dafür das vorgestreckte Geld zurück. Doch halt: das ist dummerweise schon längst ausgegeben worden.
Wo also Geld her nehmen? Ich habe eine Idee: Verkaufen wir doch die Stadtwerke an jemanden, der Geld hat. Am besten an den, dem wir auch das Geld schulden?

By the way: Die Provisionen für die Vermittler des CBL sind auch dann weg, wenn das Geschäft nichtig sein sollte.
Naja, wenigstens einer, der nicht leer ausgeht...

MfG
Funktionsdelta


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