Re: Das Gejammer geht mir auf die Nerven

Geschrieben von Dunkelelbin am 09. August 2004 23:58:42:

Als Antwort auf: Re: Das Gejammer geht mir auf die Nerven geschrieben von Bonnie am 09. August 2004 23:21:43:

>Hallo Elbin, was willst du denn da lostreten ?

Hallo Bonnie, ich willgar nichts *lostreten* sondern sage meine Meinung, wie alle anderen hier auch.

>Ich habe in meinem Leben bisher folgendes gelernt: Niemand, aber auch wirklich niemand, sieht sich selbst als "Schuldigen" und auch nicht als "bösen Menschen". Das sind immer die anderen.

Darauf erwidere ich: tu was Du willst und schade nicht und niemadem.

>Jeder rechtfertigt sich und sein Leben und seine Ansprüche vor sich selbst und argumentiert sich zum guten Menschen.

Jeder soll so leben, wie er meint, dass es gut für ihn ist, solange er mit seinem Verhalten nicht schadet. Das braucht er dann auch nicht zu rechtfertigen.

>Ich hatte mal eine Bekannte, eine alleinerziehende Mutter, die von Sozialhilfe lebte. Auch sie ein "guter Mensch" mithilfe folgender Argumentation: 1. Sie hätte dem Staat ja schließlich ein Kind "geschenkt". 2. Sie hat ja auch Steuern "eingezahlt" und nimmt jetzt die eingezahlten Steuern in Anspruch.
>Das ist wohl auch alles richtig und wenn man nicht weiterdenkt, ist alles in Ordnung. Aber wenn man weiterdenkt, fängt es an zu hinken:

Diese Argumentation ist genauso bekannt wie blödsinnig;)

>Zu 1: Sie hat mit Sicherheit nicht die Intention gehabt, dem Staat ein "Kind zu schenken", niemand hat das, behaupte ich. Das erinnert mich an den viktorianischen Spruch "Schließ die Augen und denk an England", den man allen jungen Frauen mit in die Ehe gegeben hat als Vorbereitung auf das, was sie in der Hochzeitsnacht erwartete. Das ist ja wohl heute antiquiert.
>Und was ist, wenn dieses dem Staat "geschenkten" Kind selbst keiner Arbeit nachgehen wird, wenn es selbst von Sozialhilfe leben wird ? was hat der Staat von diesem "geschenkten Kind" ? Es ist einfach nur albern. Man kriegt aus ganz anderen Gründen Kinder. Und keiner weiß, was aus denen wird.

Es ist kein Geheimnis, dass der gesellschaftliche Status der Eltern in den allermeisten Fällen von den Kindern übernommen wird.
Mittlerweile gibt es ganze Familiengenerationen die allesamt von der Sozialhilfe leben, weil sie es einfach nicht anders kennen.


>Zu 2: Man zahlt keine Steuern ein. Steuern dienen nicht nur der Sozialhilfe. Sozialhilfe ist keine Versicherungsleistung. Man hat keinen Anspruch auf Sozialhilfe, weil man Steuern zahlt. Mit den Steuern werden schließlich auch die Polizei, die Ämter, die Straßen, die Schulen etc finanziert, alles Dienstleistungen, die auch sie in Anspruch nimmt, genauso wie alle anderen, die Steuern zahlen. Aber natürlich erwirbt man auch dadurch, daß man als Staatsbürger in einem Staat lebt, das Recht auf Sozialhilfe. Aber man liegt schon den anderen Steuernzahlern mehr auf der Tasche als jemand, der eben nur die Polizei, Ämter etc in Anspruch nimmt und nicht auch noch Sozialhilfe, Wohngeld, etc.

Eben.

>Aber wer um Himmels willen will von sich das Selbstbild haben, anderen auf der Tasche zu liegen ? Dann redet man sich das schön.

Eben.

>Deshalb habe ich das Beispiel der Bekannten gebracht. Aber will man das jetzt verurteilen ? Ich finde, jeder hat das Recht auf psychische Gesundheit. Und genau dem Zweck dient die "Schönrederei", der psychischen Gesundheit.

Wenn ein Kind falsch handelt, sollte man da auch auf seine *psychische Gesunheit* achten und es gewähren lassen obwohl man genau weiß, dass es falsch ist in einen Teich zu springen, wenn man nicht schwimmen kann???

>Außerdem konnte sie an ihrer Situation wirklich nichts ändern. Das Kind war nun mal da und der Vater des Kindes konnte sie nicht versorgen, die Eltern waren nicht reich, was sollte sie tun ?

Oh, sie wusste nicht wie Kinder entstehen?? Wirklich tragisch!!


>Das ist aber nur eine Seite des Problems. Es kann so weitergehen, daß sie nach einer gewissen Zeit wieder normal arbeitet, das Kind geht zur Schule und sie "zahlt ein": Steuern, Versicherung etc. und die Geschichte ist gut ausgegangen.
>Jetzt kann es aber auch anders weitergehen: Sie hat gemerkt, wie schön es ist, Geld für Nichtstun zu bekommen (weil man hat ja Anspruch drauf), arbeitet ein wenig schwarz und erzählt dem Sozialamt, daß das Kind so schwierig sei (eine schwierige Phase habe) und ihre ganztägige Anwesenheit brauche (ärztliche Atteste kriegt man ohne große Probleme) und der Sozialhilfe-Notfall wandelt sich ganz allmählich in Sozialmißbrauch.

Es geht nicht um vereinzelte Schicksale in denen ein Mensch unschuldig in eine Situation gekommen ist, in der er die Unterstützung des Staates benötigt. Es geht um den gezielten, kalkulierten Mißbrauch von Geldern, die vom *gemeinen Volk* eingezahlt wurden.
Diese Steuern sind , wie Du so schön geschrieben hast, nicht allein für die Sozialhilfe gedacht, sondern dafür da den gesamten Staatsbetrieb inkl. Infrastruktur am Laufen zu halten. Nicht zuletzt die Kultur-und Bildungsstätten welche die Basis eines jeden Volkes darstellen und ohne die ein Staat zerfällt.

Grüße
Dunkelelbin*


>Liebe Grüsse, Bonnie
>>>Wer wissen will was Armut bedeutet und daß man woanderst die Deutschen nicht verstehen kann (Hartz IV ist schon lange überfällig)
>>Hallo JoeKaiser,
>>auf die Gefahr hin, dass ich mich mal wieder unbeliebt mache: Ich kann das ewige Gejammere bald nicht mehr hören!
>>(Damit meine ich nicht Dich, sondern nehme Deinen Beitrag als Einleitung).
>>Wir ALLE haben Jahrzehnte im Überfluß gelebt bis die Wohlstandsgesellschaft anfing sich selbst zu verdauen.
>>Es ist doch eine Milchmädchenrechnung gegen die jetzt demonstriert wird. Es ist ein bestimmter Betrag im Sack drin und der kann nun mal nur einmal ausgegeben werden.
>>Zu viele *Bürger* haben sich über lange Zeit auf den Staat verlassen ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, woher das Geld eigentlich kommt.Die Miß(t)wirtschaft der Regierungsparteien der letzten zwei Jahrzehnte tat sein übriges.
>>Jetzt ist der Sack leer und der Katzenjammer da. Pech.
>>Doch nicht nur das Geld scheint mit den Jahren *entschwunden* zu sein sondern auch das Wissen darüber, dass jeder Mensch für sich selbst verantwortlich ist. Jeder beharrt auf seine Rechte, nur die Wenigsten denken auch mal an ihre Pflichten.
>>HartzIV muss kommen, weil es anders eben nicht mehr geht. Hier reden alle was für tolle Typen sie seien, wissen sie doch zu überleben, wenn der 3.WK oder die 3TF eintritt - ich lach mich schlapp.
>>Die Hälfte der STT ( Super-Tollen-Typen )schaffen es ja nicht mal jetzt für sich zu sorgen.
>>Würde HartzIV nicht kommen, würde es wohl bedeuten, dass diejenigen, die in Lohn stehen noch höhere Abgaben zahlen müssten, um den Wohlfahrtsstaat am Leben zu erhalten. Meine Abzüge würden erhöht, damit jemand der nicht arbeitet nicht an seine Sparbücher muss???
>>Tut mir leid, die paar Kröten die ich monatlich an die Seite legen kann, wären dann nicht mehr drin. Das kanns ja auch nicht sein.
>>Wir alle sind vollkommen verweichlicht, soo schlecht gehts uns bei weitem nicht, wie alle vorgeben.
>>Grüße
>>Dunkelelbin*
>>ziemlich dunkel heute.
>>



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