Re: nächste Runde: Amerikaner im Internet enthauptet

Geschrieben von JeFra am 12. Mai 2004 15:48:14:

Als Antwort auf: Re: nächste Runde: Amerikaner im Internet enthauptet geschrieben von Napoleon am 12. Mai 2004 09:41:37:


kopf abschlagen war aber nicht , sie schnitten ihm mit einem 30 cm langen messer den kopf ab , wobei sie nur für das durchtrennen der kehle mehrere versuche brauchten .

Das mag schon stimmen, aber auf der zitierten ntv-Seite liest es sich so, und davon war ich ausgegangen:

Nachdem einer der Maskierten eine Erklärung verlesen hatte, stießen die Täter ihr Opfer zu Boden, und während sie seine Schreie mit dem Ausruf "Gott ist groß" übertönten, hieb einer der Vermummten den Kopf des Opfers mit einem großen Messer ab und hielt ihn vor laufender Kamera in die Höhe.

Man müßte wohl die betreffende Islamisten-Seite aufsuchen, die von unseren Medien leider nicht verlinkt wird, um sich selber ein Bild davon zu machen. Im Prinzip ist es wohl ohnehin so, daß ein Enthaupteter (oder eigentlich Entrumpfter, was ja die treffendere Beschreibung ist) selbst bei professioneller Vorgehensweise nicht sofort das Bewußtsein verliert und daß in dieser Hinsicht der elektrische Stuhl oder die Giftspritze die humaneren Exekutionsverfahren sein könnten, wenn man es richtig macht.

es geht auch nicht darum was andere früher machten.

Darum ging es mir durchaus nicht, sondern ich wollte sagen, was ich als besonders schockierend empfunden hätte. Aber gerade der Vergleich mit den Türken auf Zypern ist trotzdem ganz erhellend, wie ich meine. Wir haben dank der US-Politik jede Menge krimineller Ausländer im Lande, die sich, die passende Gelegenheit vorausgesetzt, genauso verhalten würden wie die Türken vor Famagusta. Sie haben das Thema ja selbst angesprochen. Und ebenfalls dank den USA haben wir vielleicht bald auch die Türken in der EU. Mein Mitleid mit Amerikanern, die sich zu Helfershelfern dieser Politik machen und dabei umkommen, hält sich also durchaus in Grenzen.

dieser mann war antennenbauer mehr nicht, er folterte nicht noch tötete er jemanden.

Kann schon sein, aber sauber können Sie Militär und Zivil heute ohnehin nicht mehr trennen. Bei einem Krieg sind heute fast immer massiv die Zivilisten betroffen. Ich weiß nicht genau, ob es zum letzten Jugoslawien-Krieg unparteiische Statistiken gibt. Ich würde mal spekulieren, daß mehr Zivilisten als Soldaten getötet worden sind. Das Militär soll zum überwiegenden Teil aus Technikern bestehen, und die USA versuchen gerade im Irak-Krieg durch `outsourcing' von Aufgaben an Privatunternehmen die wahre Dimension des Unternehmens zu verschleiern. Bei dieser Vorgehensweise wird natürlich die Grenze Militär-Zivil weiter verwischt.

dir scheint jedes mitgefühl zu fehlen , tut mir echt leid für dich .

Mein Mitgefühl für Amerikaner, die sich aus freien Stücken zum Werkzeug der imperialistischen USraelischen Politik machen und dabei getötet werden, hält sich in der Tat in Grenzen. Das hat aber nichts mit der Tatsache zu tun, daß ich eine solche Tat nicht auf meinem Gewissen haben möchte, gerade auch wegen der Brutalität ihrer Ausführung.


Wenn Sie sich diese besondere Brutalität wegdenken, ist diese Frage vielleicht nicht ganz so einfach zu beantworten. Sie sind ja Schweizer Patriot, was würden Sie machen, wenn die Schweiz in die Lage des heutigen Irak käme: Irgendjemand behauptet, die Schweizer Regierung habe Massenvernichtungsmittel. Besetzt das Land militärisch und muß dann kleinlaut zugeben, daß es doch keine ABC-Waffen gab. Versucht aber trotzdem, eine Art Satrapenregime in der Schweiz zu errichten. Beim Versuch der Bekämpfung des Widerstandes der Schweizer kommt es dann zu Aktionen wie der in Falludscha, wo massivste zivile Opfer kaum zu vermeiden sind. Als Schweizer Partisan würden Sie wahrscheinlich gegen das fremde Militär vorgehen, aber wie würden Sie sich angesichts der Tatsache verhalten, daß der Unterschied Militär-Zivil weitgehend verwischt wird und der Agressor massiv private Söldnerfirmen zum Objektschutz oder ganz normale Technik-Unternehmen für Militäraufgaben einsetzt, die früher die Pioniere oder die Fernmeldebataillone erledigt hätten. Würden Sie unter diesen Umständen derartige Söldener im Kampf töten? Oder als Geiseln für Vergeltungsaktionen gegen Grausamkeiten des Militärs nehmen? Und wie würden Sie sich gegenüber Angehörigen von Technik-Unternehmen verhalten, deren Rolle nicht genau zu klären ist, die aber keinesfalls für irgendeine humanitäre Organisation arbeiten? Und was ist mit Angehörigen von Unternehmen, die ins Land kommen, um von der Aufteilung der Beute zu profitieren? Ich gebe zu, daß die Frage nicht so leicht zu beantworten ist. Aber wo würden Sie für sich persönlich die Grenze setzen?


Gruß
JeFra


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