Re: Ich kenne den "Dämon der Deutschen"
Geschrieben von Marc Malbec am 16. April 2004 20:11:46:
Als Antwort auf: Re: Wollte nie gegen Polen polemisieren geschrieben von DaveRave am 16. April 2004 19:25:10:
Hallo Dave Rave,
ich kenne die Versuche, von Bismarck, über Wilhelm II eine Kontinuität zu Hitler herzustellen. Das Ganze drumherum garniert mit Nietzsche, Richard Wagner, Wilhelm Furtwängler, Gustav Gründgens (Achtung, Mephisto, Satan, Dr. Faustus!) und einer Prise Gottfried Benn (NSDAP-Mitglied).
Nicht zuletzt kenne ich auch meine eigene Auffassung, die ich erst sehr zögernd nach ausgiebiger Lektüre (u.a. S. Haffner, F. Stern, O. Pflanze, L. Gall sowie der Reden, Schriften und Briefe) von Grund auf korrigiert habe.
>Kann es sein, daß Du "die politisch korrekten Mehrheit" nur vom Hörensagen kennst?
Mir entgeht nicht, was von Medien, politischen Verlautbarungen und div. Postern geäußert wird.
Ich kenne auch den für das stickige, politisch-korrekte Klima hierzulande sehr bezeichnenden Titel eines Buches von Johannes Willms, Feuilleton-Chef der Süddeutschen Zeitung (immer noch?) mit dem Titel "Bismarck, Dämon der Deutschen" und die Besprechungen, eher Verrisse, die Rudolf Augstein verfaßt hat.
Vor seiner Zeit bei der Süddeutschen Zeitung war Willms Redakteur bei der Guido-Knopp-Kloake ZDF.
Auch frage ich mich, warum es die Primärquellen vielfach nur antiquarisch gibt, z.T. in Auflagen von 1933 und älter?
Nach dem Krieg wurden die Bismarck-Schriften eingezogen, offenbar in der Absicht, den Deutschen jeden Reichsgedanken auszutreiben.
Inzwischen scheint man sich zusehends darauf zu verlegen, auf die Methode des Totschweigens zurückzugreifen, und lieber Adolf Hitler als Bezugspunkt der deutschen Geschichte zu präsentieren.
Wenn ich sehe, was alles an indiskutablem, unterirdischem Müll in den Medien unter Geschichte/Literatur/Memoiren präsentiert wird, dann frage ich mich, weshalb die besten Sachen kein Aas kennt?
Aber mit Re-Education und permanenter Gehirnwäsche hat das sicher nichts zu tun.
Marc Malbec