Re: Re: Und Willi II war gehirngeschädigt

Geschrieben von Marc Malbec am 15. April 2004 14:38:50:

Als Antwort auf: Re: Die Emser Depesche. Pressemitteilung provoziert Kriegserklärung geschrieben von DaveRave am 15. April 2004 13:43:58:

>Lieber BB,
>Du hast natürlich vollkommen recht! Ich habe das Ganze nur halb überlesen und Wilh.II gesehen...
>Wilh.IV scheint in der tat ein eintadeliger Regent gewesen zu sein...
>Sorry auch an Marc, zumindest in diesem Zusammenhang... ;o)


Hallo Dave Rave,

im Hinblick auf Wilhelm II muß man fairerweise sagen, daß er infolge einer Sauerstoffunterversorgung bei seiner Geburt wahrscheinlich einen Gehirnschaden erlitten hatte; obendrein zu seinem verkürzten linken Arm. Also zwei traumatische Schädigungen auf einmal.

Über Willi II hat Bismarck ein ebenso vernichtendes wie prophetisches Urteil gefällt: "Der macht das vielleicht 20 Jahre, dann ist er am Ende." Der Satz ist gefallen anno 1898.

Bismarck war auch einer der ganz, ganz wenigen, die die Unterwürfigkeit, mit der die höfische Umgebung Wilhelm II. den Bauch pinselte, in mehr als deutlichen Worten benannt hat.

Sogar für die psychische Störung Wilhelms II, seine charakterliche Diskontiunität, fand Bismarck wiederum Worte, die auf eine unnachahmliche Art Höflichkeit und vernichtende Kritik in einem Satz verbinden:

"Sein (Wilhelms II., MM) Problem ist, daß er kurzfristig jedem, auf Dauer keinem Einfluß zugänglich ist" (Bismarck, Gedanken und Erinnerungen).

Das ziehe man jetzt heran, und frage, ob darin, in der Neigung, übergeschnappten Herrschern mit speichelleckenden Hofschranzentum entgegenzukommen, nicht ein gut Teil der deutschen Trägödie liegt?

Vom gehirngeschädigten Wilhelm II, über den giftgasgeschädigten Adolf zieht sich m.E. bis in unsere Zeiten von Europa, UNO, Globalismus und George Dubbeljuh eine unheilvolle Tradition der (nicht nur) deutschen Unterwürfigkeit.

Marc Malbec


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