Löst Euch von De Gard!
Geschrieben von Brunnenbauer am 13. April 2004 17:01:02:
Als Antwort auf: Nachtrag zum Stammtisch in FFM geschrieben von Hybris am 10. April 2004 14:24:07:
Lieber Kollege Hybris,
vielen Dank für deinen langen Beitrag. Aber ich glaub's einfach nicht, dass die Russen das alles planen bzw. geplant haben, geschweige denn, noch die Mittel dazu haben.
Fakt ist doch, dass in diesem Land (oder Kontinent) die Zivilisation seit 20 Jahren auf dem rasanten Rückmarsch ist und sich mit Ausnahme der Hauptstadt und einiger weniger Punkte weite Gebiete den direkten Weg in vorhistorische Zeiten genommen haben. Und dies stoppt m. E. keiner. Zudem ist der Bildungs- und Bevölkerungsschwund in Russland derart dramatisch, dass sich das Problem allein erledigt. Allein die biologische Entwicklung lässt ein von Dir angedachtes Szenario spätestens in 20 Jahren als unmöglich erscheinen (genauso übrigens, als dass bei uns noch jemand da wäre, der für die Befreiung bzw. den Wiederaufbau kämpfen könnte!).
Das Einzige, was möglich ist, ist dass eine Horde von Radaubrüdern über den Westen herfällt, allerdings mit primitiven Mitteln, und mehr als Dummheit denn aus Überlegung. Dies geht allerdings nur, wenn sich der Westen vorher gesellschaftlich auflöst, und da sind wir ja gegenwärtig dabei.
Mfg. Brunnenbauer
>Hier noch ein Nachtrag zum Stammtisch vom Donnerstag, bei dem wir unter anderem auch einen Verlauf des Krieges der Russen gegen die USA diskutiert haben. Die Frage ist nicht ob sondern wann es passiert. Entweder folgt der russische Einmarsch nach einem vollständigen und überraschenden Atomschlag gegen die USA (Russland bzw. die Sowjetunion hält dies für die einzige "gewinnbare" Taktik in einem solchen Szenario), dann können uns die USA gar nicht mehr helfen, selbst wenn sie es wollten, oder es läuft so wie in den Prophezeiungen geschildert ab (weiss jetzt nicht mehr, wer das gesagt hat), daß der nukleare Schlagabtausch erst danach erfolgt und die USA nicht eingreifen wollen, um sich nicht selbst zu gefährden (oder weil sie es nicht wahrhaben wollen, daß es jetzt trotz des Falls des eisernen Vorhangs und weil alle so lieb Freund geworden sind doch losgeht).
>Welches Szenario eintritt, darüber bin ich mir selbst nicht sicher. Bei einem überraschenden Atonmschlag müsste eine Blendung der US-Frühwarnsysteme erfolgen, z.B. durch Ausschaltens des NORAD-Verteidigungssystemes und der Stromversorgung und Telekommunikationseinrichtungen, zudem die Satellitenüberwachung. Erledigen könnten das z.B. die sogenannten "Spetsnaz" Einheiten, die dann an den Schlüssellokationen operieren, z.B. mit den oft genannten Suitcase Nukes (siehe auch http://nuclearweaponarchive.org) oder auf ganz konventionelle Weise als Saboteure in Schlüsselpositionen. Denkbar wäre auch eine Infizierung des NORAD-Personals (z.B. im Cheyenne Mountain) mit einer unbekannten tödlichen Krankheit, die vermutlich eine Quarantäne nach sich ziehen und die Station zunächst kurzfristig (lange genug?) unbrauchbar machen würde.
>Gleichzeitig müssten die US-Flugzeugträgerverbände und die Atom-U-Boote schlagartig kampfunfähig gemacht werden, um einen Gegenschlag zu verhindern oder extrem abzumildern (nicht alle Atom-U-Boote sind ständig auf hoher See, einige verstecken sich turnusmässig unter dem Packeis und sind vermutlich militärisch zunächst nicht erreichbar). Dies könnte z.B. mit dem Shkval-Torpedo, oder einem verbesserten Nachfolger, erfolgen. Prinzipiell reicht pro Ziel ein nuklear bestückter Torpedo völlig aus. Geblendet und unfähig zur Reaktion würde dann ein Schlag mit Interkontinentalraketen gegen die USA ausgeführt, dessen Ziel es wäre, innerhalb einer Stunde den Gegner völlig zu vernichten. Ziele wären auf jeden Fall die Raketensilos und die grössten Städte. Es würde vermutlich zeitversetzt zu einem Gegenschlag der verbliebenden amerikanischen Atom-U-Boote kommen, der aber nicht mehr ausreichen würde, Russland einen vollständigen Schlag zu versetzen, zumal Russland selbst eine Art ABM besitzt, um anfliegende Raketen abzufangen. Der Angreifer ist hier in jedem Fall deutlich im Vorteil. Interessant wäre an dieser Stelle ein zuvor erfolgtes gewaltsames Ableben des US-Präsidenten auf einer Friedenskonferenz, was die USA zusätzlich destabilisieren könnte, vor allem, wenn dann so etwas käme und zuvor New York durch einen atomaren Terroranschlag vernichtet wurde und in dessen Folge die Weltwirtschaft und somit auch die USA am Rande des Abgrundes stehen und alles andere als handlungsfähig wären. Und daß das tolle Raketenabwehrsystem der USA bis dahin noch nicht steht (weil es wohl nie/nicht funktionieren wird) ist absehbar.
>Wenn dann das Feld frei ist, würde der russische Überfall auf Westeuropa stattfinden. Was mit den verbleibenden nuklearen Gegnern, Grossbritannien und Frankreich, passiert, vermag ich an dieser Stelle nicht einzuschätzen, vermutlich könnte Frankreich wegen des Bürgerkrieges gar nicht reagieren und Grossbritannien würde zunächst mit der Flutwelle konfrontiert werden. Sollten sich beide Länder so oder so im Chaos befinden (nicht zuletzt weil die USA dann einfach weg sind) so kann man hier davon ausgehen, daß nicht überstürzt reagiert wird. Ich schätze mal, daß der prophezeite "Gelbe Strich" von den britischen Inseln aus gestartet wird, sobald etwas Klarheit herrscht und man weiss, was dann zu tun ist, um den russischen Überfall zu stoppen.
>Das andere Szenario (also daß der Atomschlag erst NACH dem Überfall stattfindet) ist ebenso plausibel. Hier würden die USA zunächst schockiert zusehen, was da gerade passiert und ggf. versuchen, die Lage wieder in den Griff zu bekommen (Waffenstillstand). Natürlich müssten sie gemäß NATO-Vertrag ihren angegriffenen Partnern helfen, aber was bedeutet schon so ein Fetzen Papier in solchen Zeiten, wenn um den eigenen Hintern geht?. Russland würde hier offen den USA drohen, die Finger aus dem Spiel zu lassen, da es sonst zum Schlagabtausch wie im ersten beschriebenen Szenario käme, bei dem aber vermutlich nicht die USA sondern Russland zuerst losschlagen würden (die USA hätten so oder so gelitten, würden dies aber nicht erkennen). Nur weil Russland Westeuropa überfällt würden die USA die Russen nicht angreifen, die nicht.
>Sollte der Überfall dann wie in den Prophezeiungen beschrieben im weiteren Verlauf scheitern, ist es durchaus auch denkbar, daß Russland dann die verbliebenden Atomwaffen (man brauchte ja nicht alle für die USA) gegen die grössten europäischen Städte aus Rache einsetzen (wenn wir es nicht bekommen, dann sollen sie auch nichts mehr davon haben). Darunter könnte ich mir auch die Aussage, daß das "grosse Frankfurt völlig zerstört wird" vorstellen (siehe auch meine Grafik dazu: 500kt auf Frankfurt.
>Meiner Meinung nach decken sich die Aussagen der Propheten mit denen der Realität auf erschreckende Weise. Abschliessend noch ein paar Infos zum Shkval-Torpedo und Russlands neuen Atomraketen:
>
>
>With their longer ranger, the Shkval II and newer variants could potentially be launched at a distance of over 60 miles, and home in on their target, with no countermeasures available. As such, a single nuclear equipped Shkval could take out a carrier battle group whilst sitting tens of miles away.
>Link1
>Auf deutsch: eine einziger, atomar bestückter Shkval-Torpedo kann einen kompletten Flugzeugträgerverband vernichten.
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>"As there are no known countermeasures to such a weapon," states David Miller's April 1995 article "Supercavitation: Going to War in a Bubble," in Jane's Intelligence Review, "its deployment could have a significant effect on future maritime operations, both surface and subsurface, and could put Western naval forces at a considerable disadvantage."
>In recent years, cash-strapped Russia has openly offered the Shkval for sale at international arms shows in Abu Dhabi and Athens, a development that causes grave concern in the Pentagon. Well-placed sources say that several Shkvals have been sold to Iran, for example.
>Link2
>Auf deutsch: diese Waffe bringt die westlichen Marinestreitkräfte in einen grossen Nachteil. Es gibt keinerlei Gegenmassnahmen!
>
>"Other informed sources claim that the missile is in fact an offensive weapon designed to destroy entire aircraft carrier battle groups with a higher-yield nuclear warhead. During a nuclear war, it could even be directed at a port or coastal land target."
>Link3
>Auf deutsch: ist eine Offensivwaffe mit dem Zweck, eine kompletten Flugzeugträgerverband mit einer starken Atomwaffe zu zerstören.
>
>Zur nuklearen Aufrüstung ist ein Artikel aus der Welt vom 17. Februar 2004 interessant:
>"Russland spielt Atomkrieg mit sich selbst", titelte der "Kommersant" und erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass ein vergleichbares Manöver 1982, auch "der siebenstündige Nuklearkrieg" genannt, den Westen so erschütterte, so dass der damalige US-Präsident Ronald Reagan seine Strategische Verteidigungsinitiative SDI durchbringen konnte.[...] Verteidigungsminister Sergej Iwanow hatte sich auf der jüngsten Sicherheitstagung in München erneut darüber beschwert, dass die nordatlantische Allianz sich den Grenzen Russlands nähere und in dem Zusammenhang gedroht: "Wir besitzen ein hinreichendes Arsenal von Mitteln und Möglichkeiten, um unsere Interessen und unsere Sicherheit zu gewährleisten." [...] Amerikanische Analytiker wollen in jüngster Zeit sogar ein Wende in der russischen Nuklearpolitik hin zu einem neuen Rüstungswettlauf beobachtet haben. Sie machen ihre Einschätzung an der Tatsache fest, dass Russland inzwischen 50 bis 60 Topol-M-Raketen (SS-27) stationiert hat, was zahlenmäßig unter den geplanten 150 liegt, die aber ausreichten, um ein unzureichendes Raketenabwehrsystem zu durchschlagen. Zudem wurde von russischer Seite die Entwicklung einer neuen Generation von Atomraketen angekündigt, mit der ab 2009 zu rechnen sein werde. Sie sollen mit zehn Atomsprengköpfen bestückt werden, die insgesamt vier Tonnen wiegen. Dagegen wirkt die Topol-M mit einer "Nutzlast" von 1,2 Tonnen bescheiden. Dieses Vorhaben gehört zu dem im Januar verabschiedeten Entwicklungsplan für Russlands strategische Streitkräfte bis zum Jahr 2015, mit dem Moskau seine Nuklearmacht qualitativ erweitern will.
>Russland übt den Atomkrieg
>Empfehlenswerter Link zur russischen Aufrüstung ist für mich immer noch das "Memorandum zum rüstungstechnischen Zustand der Streitkräfte der Russischen Föderation".
>Gruß Hybris
- Re: Löst Euch von De Gard! Subman 13.4.2004 18:20 (0)