Des Beckstein-Photo is' Realsatire vom Feinsten .....
Geschrieben von NoPasaran am 30. März 2004 11:00:19:
Als Antwort auf: Terroranschlag in Deutschland laut CSU wahrscheinlicher als zugegeben geschrieben von Gideon am 29. März 2004 15:16:07:
Hallo Gideon, und dann aber auch ganz generell,
des Beckstein-Photo is' Realsatire vom Feinsten, da kommt der Bruno Jonas net mit, und der Polt müßt' sich auch ganz schön anstrengen .....Ohne die Gefahr möglicher Anschläge verleugnen oder kleinreden zu wollen: Da sind jetzt doch ein paar Anmerkungen fällig.
Zuerst die kleineren Kaliber: Gerade was den Herrn Beckstein betrifft, so werd' ich das Gefühl nicht los, daß der, erstens, die ganze Terrorkiste beziehungsweise das diesbezügliche Gedöns in Sachen Prävention und Bekämpfung zu einem nicht zu knappen Teil dazu verwendet, seine eigenen, individuellen und existentiellen Urängste - was immer die sein mögen; aber haben tut er die, und das nicht zu knapp, da muß man nur mal das Photo ein bißchen wirken lassen - in Schach zu halten, wofür zumindest ich nicht als Alibi dienen möchte, zweitens hat das alles natürlich überhaupt nichts zu tun mit parteipolitischem Hickhack, und daran hängt, drittens, der Umstand, daß man, jetzt laut "Terrorgefahr! Terrorgefahr!" schreiend, wenn's dann tatsächlich knallt, es immer schon gewußt und gesagt haben kann, was sich wiederum in klingende Wählerstimmenmünze umsetzen läßt, und wenn's nicht knallt - je nun, dann hat's halt nicht geknallt.
Zu letzterem: Dieses 'nicht geknallt' wäre aber auch nur ein 'noch nicht', denn da kommt ein ziemlich großer Knall auf uns zu, den wird auch der Herr Beckstein nicht aufhalten, worüber wir uns aber, im Prinzip, ohnehin einig sein dürften hier im Forum.
Das viel Gravierendere jedoch ist was Anderes: Natürlich ist, das hab' ich schon des öfteren gesagt, jeder Tote ein Toter zuviel, und vor dem Hintergrund ist das Folgende zu sehen. Da wäre: 9/11, pi mal Daumen 3000 Tote. Aktuell Madrid, pi mal Daumen 200 Tote. Dann der Krieg in Afghanstan und der im Irak, mit - leider, leider, es geht halt nicht anders - einer ganzen Menge Kollateralschadenstoten, an denen natürlich vor allem die Terroristen und Konstorten schuld sind, al Quaida, Taliban, et cetera, warum konnten die sich auch nicht auf den Pipelinebau einigen mit der UNOCAL, was Afghanistan betrifft, und im Irak werden die Massenvernichtungswaffen schon noch gefunden werden, und die Beweise für Saddams enge Zusammenarbeit mit Osama bin Laden ibn Ganz Bös stehen kurz vor der Veröffentlichung, es steht dem nur noch dieser blöde Senatsausschuß zu 9/11 im Weg, wenn der weg wäre, wär's überhaupt kein Problem, der Welt endlich reinen Wein einzuschenken - 'tschuldigung, da geht der Sarkasmus mal wieder durch mit mir.
Sache ist, auf diesem Planeten hier sterben pro Minute etwa 30 - in Worten: Dreißig, pi mal Daumen again, es mangelt an genauen Zahlen - Menschen an HUNGER. Sterben, weil nix zu Essen für sie da ist. Sterben, weil die bestehenden Strukturen der Verteilung der materiellen Ressourcen auf diesem Planeten von einer winzig kleinen Minderheit kontrolliert wird, geschätzt ein paar hundert Leute, die davon profitieren, daß die Verhältnisse so sind, wie sie sind, und die nicht im Traum daran denken, daran irgendetwas zu ändern. Das ist ein Teil des spirituellen Hintergrundrauschens auf diesem Planeten hier, 30 Tote pro Minute, die im öffentlichen Bewußtsein so gut wie nicht existent sind, die aber gesamtkarmisch eine ganz ordentliche Wirkung haben - auch wenn's noch nicht sichtbar ist.
Auf Basis der oben genannten Zahlen: Alle 6,7 Minuten ein Madrid, alle 1,7 Stunden ein 9/11, 24 Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche. Im Hintergrund, ungesehen, ungehört, jeder Tod eine ebensolche Katastrophe wie die Toten von New York und Madrid.
Was da auf uns zukommt mit eventuellen Terroranschlägen - und ja, es wird eventuell auch bei uns hier knallen -, ist nichts gegen das, was los sein wird, wenn der Krieg beginnt und der Impakt am Horizont steht, und das alles wiederum wird ein netter kleiner Spaziergang sein gegen das, was danach kommt, die dreieinhalb Jahre der Herrschaft des Widersachers. Und diese Dinge sind unabwendbar. Matthäus 13, 24-30: Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. Als nun die Saat wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat ein Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausjäten? Er sprach: Nein! damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet. Laßt beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheune. Merke: Der Moment, in dem das Unkraut ausgerissen und verbrannt wird, ist noch nicht gekommen.
Diejenigen, die im Moment weltweit wirklich die Fäden ziehen, haben ein vitales Interesse daran, die breite Bevölkerung in einem Zustand der Verunsicherung zu halten, auf das ebendieselbe beschäftigt bleibe mit Angst vor dem / Kampf gegen den bösen Feind. Nochmals: Die Gefährdung durch islamistischen Terror ist real, wenn auch zu hinterfragen wäre, wie aktuell das *tatsächlich, hier und heute* in Deutschland ist, aber es gibt gleichzeitig eine ganze Menge Leute, die darauf ihre diversen Süppchen kochen, dessen sollte man sich auch bewußt sein. Und all das läuft ab im Rahmen eines weitaus größeren Spiels.
Um da noch ein ganz gut passendes Zitat anzubringen:
"Naturally the common people don’t want war. But after all, it is the leaders of a country who determine the policy, and it’s always a simple matter to drag people along whether it is a democracy or a fascist dictatorship, or a parliament, or a communist dictatorship. Voice or no voice, the people can always be brought to the bidding of nthe leaders. This is easy. All you have to do is tell them they are being attacked, and denounce the pacifists for lack of patriotism and for exposing the country to danger. It works the same in every country."
Hermann Görig während des Nürnberger Prozesses, zitiert nach Gustave M. Gilbert, dem US-Armeepsychologen, der die Angeklagten betreute.
Kommt das Strickmuster irgendwem vielleicht bekannt vor ?
lg NoPasaran