Re: ist Mel Gibson gläubig? / Ändert das etwas an der Aussage des Film?
Geschrieben von Johannes am 16. März 2004 15:38:17:
Als Antwort auf: ist Mel Gibson gläubig? geschrieben von KyroxX am 16. März 2004 14:38:13:
Hallo KyroxX,
ändert das etwas an der Aussage des Film, wenn wir nun definieren, wer gläubig ist und wer nicht? Der eine ist es grade noch, der andere nicht mehr? Und dann, nachdem wir die unserer Meinung nach passende Schublade gefunden haben, dann erst können wir etwas zum Film sagen?
Erinnert mich ein wenig an den Beitrag des ansonsten recht guten TOPIC-Magazins, den ich gerade gelesen habe.
Ich, für meinen Teil, finde es einfach gut, daß der Film eine Aussage vertieft und uns bewußt macht, die ansonsten zu kurz kommt.
Und die Frage "wer ist gläubig, wer nicht?", die können wir ja ggf. im Reli-Forum besprechen, wenn das noch mehr interessiert.
Gruß
Johannes
>>> Mel Gibsons Film "The Passion of Christ" hat seit Samstag einen Schweizer
>>> Verleiher. Der Kinostart ist, wie in Deutschland, auf Donnerstag terminiert.
>>> Ich werde mir den Film voraussichtlich am Freitag ansehen.
>>> Der Greuelpropaganda seitens politisch korrekter Gesinnungsschnüffler nach
>>> zu urteilen, hat Mel Gibson ein veritables Meisterwerk produziert.
>>
>>Hallo Swissman,
>>ja, die Berichterstattung ist schon ziemlich heftig.
>>Und die Kritik hat auch damit zu tun, daß immer mehr ein falsches Bibel- und Gottesbild verbreitet wird. Da geht es immer mehr nur um den lieben Gott, aber wehe, jemand leitet daraus klare Konsequenzen ab, was richtig und was falsch ist. Nein, man muß doch alles akzeptieren, ...
>>Überhaupt, so das vorherrschende Gottesbild, Jesus und der christliche Glaube seien doch nur eine von vielen Möglichkeiten. Jesus hätte als großer Lehrer halt irgendwie versucht, uns die Wahrheit zu erklären, aber ob wir nun diesen oder jenen Weg nehmen würden, sei doch letztendlich egal.
>>Und im Zusammenhang mit diesem Film möchte ich mal aus der Bibel zitieren, auch wenn ich das ansonsten eher auf das Reli-Forum beschränke:
>>Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden. Darum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, daß ich's wiedernehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wiederzunehmen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater.
>>(http://www.bibel-online.net/buch/43.johannes/10.html#10,14)
>>Niemand nahm Jesus sein Leben, niemand zwang ihn dazu - es war nicht so quasi ein Betriebsunfalls, weil die Leute eben noch nicht so weit waren, um seine Lehre anzunehmen. Nein, es war notwendig!
>>Und da war nichts mit "ach, wird schon nicht so schlimm sein", weil er ja auch Gott selbst war. Nein, es war brutale Wirklichkeit. Die aber, wie Jesus selbst sagt, nötig war.
>>Ich selbst habe derzeit nicht vor, mir den Film anzusehen. Aber wer ihn sich nicht ansieht, der sollte sich die Frage stellen, ob er ihn sich deshalb nicht ansieht, weil er sich nicht zu sehr diese Bilder ansehen möchte - oder ob es nicht eher ein Ausweichen vor der Aussage Jesu ist, daß genau seine Kreuzigung (und das, was er mitmachen mußte) eben notwendig war.
>>Und wer erkennt, wie "Not-wendig" es war, daß Jesus sich kreuzigen ließ (und eben nicht nur das dumme Ende einer Prediger-Karriere), der wird dann nicht mehr so locker sagen, es sei doch alles gleichwertig, es gäbe so viele Wege. Wenn dem so wäre - warum hat Jesus dann gesagt, daß genau dies notwendig ist, daß er stirbt?
>>Allein schon, daß man durch den Film mit dieser Frage konfrontiert wird, daß Jesu Kreuzigung und Auferstehung beide entscheidend waren (und uns vor die Entscheidung stellt!), macht ihn für mich wertvoll. Auch dann, wenn man sich letztendlich entscheidet, sich ihn nicht anzusehen.
>>Gruß
>>Johannes