Zufall und Kausalität @ BB

Geschrieben von Lydia am 23. Februar 2004 00:09:53:

Als Antwort auf: Re: An Taurec @Lydia geschrieben von BBouvier am 22. Februar 2004 19:24:49:

Hallo BB!
Das ist eine gute Idee von Dir! Stimmt, vielleicht hat ja Gott den Zufall mit ins Spiel gebracht, um die Kausalketten zu brechen und komplexitäts- und längenmäßig nicht ins Unermessliche steigern zu lassen.
Dann sind ja Zufall und Kausalität kein Widerspruch mehr.

Kennst Du "Das Große, das Kleine und der menschliche Geist" und "Schatten des Geistes" von Roger Penrose? Er versucht dort, geistige und physikalische Phänomene miteinander zu verbinden, und richtig schlüssig und mit Erfolg!

viele Grüße
Lydia

>Liebe Lydia!
>Leider bin ich da ziemlich überfragt.
>Das Phänomen des "Sehens" ist diffus und lässt sich
>wissenschaftlich nicht recht fassen,
>kaum belegen, da recht selten
>und ist kaum dokumentiert.
>Es scheint an die Gefühle zu grenzen, wie "Freude" beispielsweise.
>Die Tatsache,
>(um bei ein reales Beispiel für Deine Hypothese zu bringen)
>Dir um jetzt 1920 Uhr zu antworten, ist ja nicht nur abhängig von
>meinem Entschluss, Dir überhaupt (!) zu antworten, sondern
>in diesem Fall auch darin begründet, dass ich grad nichts zu lesen habe,
>deshalb den Rechner angefahren habe,
>und besonders, dass zufällig! gerade mein Besuch gegangen ist.
>Und das alles ist sicherlich nicht "vorherbestimmt".
>Und die Kausalketten sind ein so vielschichtiges
>Gewebe,dass sie sich schon binnen Kürze zu grotesk
>zu hohen Ziffern aufbauten, um sie zu steuern, im vorab.
>Dazu treten ja noch von Entscheidungen völlig unbeeinflussbare
>Impulse aus dem mechanischen Zufall.
>Das alles mag Gott überschauen, der möglicherweise auch
>"Leitplanken" setzt.
>Und den "Zufall" steuert.
>Aber innerhalb dessen sind wir sittlich frei
>und tragen Verantwortung für unsere Entschlüsse,
>die doch erst IN! der Entscheidungssituation fallen.
>Herzlich,
>BB
>
>>Lieber BBouvier und die anderen!
>>Nun bin ich wieder von unterwegs zurück und wollte fragen:
>>Heißt das, dass Zeit nur eine Illusion ist und man auf einer bestimmten Ebene alles sehen kann, also Vergangenheit und Zukunft? Und auch dass, wenn wir etwas tun, der Entschluss dazu schon immer da war, weil er eben auf dieser bestimmten, raumzeitunabhängigen Ebene ist?
>>Und kommt die seherische Unschärfe daher, dass man Vergangenheit und Zukunft aus der Gegenwart betrachtet, man aber (gemäß der Heisenbergschen Unschärferelation) nicht gleichzeitig handeln und beobachten kann? (Das heißt, die Gegenwart ist immer zum Handeln da und Vergangenheit und Zukunft zum Beobachten und Schauen und damit auch zum Erkennen und Lernen?)
>>Das bedeutet, wir können vor und zurück schauen, aber wir sollten darüber das Handeln nicht vergessen!
>>viele Grüße
>>Lydia
>>>Lieber Taurec!
>>>Dieses Thema hatten wir schon mal,
>>>als Du wohl noch nicht unter uns weiltest.
>>>Und zwar recht ausführich.
>>>Und Jemand hat dazu den Begriff:
>>>"Die Bouvier-Swissmansche Unschärfe" geprägt:
>>>"Schauungen sind unscharf, werden nicht geglaubt, lassen sich nicht ändern,
>>>oder erreichen nicht den Endverbraucher."
>>>Theoretisch hast Du schon recht.
>>>Jedoch:
>>>Eine derart präzise Einzelinformation einer Sache, die sich ändern lässt, erreicht nicht den Endverbraucher.
>>>Es gibt solche Schauungen nämlich einfach nicht.
>>>Gäbe es sie nämlich, dann träte genau die Situation ein, die Du
>>>völlig richtig erkannt hast, und es entstünde ein unlösbares
>>>Paradoxon:
>>>Der Seher hätte z.B. Dich wandeln sehen.
>>>Und Du kennst die Schau.
>>>Und bleibst.
>>>Dann hätte er Dich doch nicht draussen sehen können.
>>>Du WIRST (völlig wertfrei) also gehen.
>>>Und das wirkt dann so, als sei man gezwungen, zu gehen.
>>>Aber das WIRKT nur so.
>>>Ich weiss, ich weiss, das ist Manchem zu hoch, aber Dir sicherlich nicht.
>>>Herzlich,
>>>BB
>>>>Mal angenommen, du kennst die Schau, bevor du spazierengehst. Welche Wahl hast du dann noch? Es sei denn, der Seher sieht nur, daß irgendwer spazierengeht. Das nennt man dann seherische Unschärfe. Dann hast du die Freiheit zu gehen oder zu bleiben. Wobei, wenn du daheim bleibst, jemand anders geht.
>>>>Gruß, Taurec
>>>>>Lieber Taurec!
>>>>>Eigentlich ganz einfach:
>>>>>Ich könnte jetzt einen Spaziergang machen, oder zu Hause bleiben.
>>>>>Mal angenommen, ich bleibe daheim.
>>>>>Dann könnte das ein Seher sehen (mal angenommen, er sei derart gut).
>>>>>Und zwar vor x-hunderten von Jahren.
>>>>>Würde ich spazieren gehen, hätte er das! gesehen.
>>>>>Was denn sonst?
>>>>>Herzlich,
>>>>>BB



Antworten: